Ich bin eine Muse!

26 Jan 2012

Ich war schnell, sehr schnell, als ich auf die Kontaktanfrage meines Kunden via Skype reagierte. Bei unserer nächsten Begegnung überreichte er mir das Bild, das anlässlich dieser Erfahrung in seinem Kopf entstand und sofort von ihm auf Papier gebannt wurde:

Was er auf dem Bild vergessen hat: den Telefonhörer, der in diesem Moment noch zwischen Ohr und Schulter klemmte.

Als Brandstifterin bin ich natürlich ein Riesen-Fan von ansteckenden Ideen. Mit großer Begeisterung empfehle ich daher die diesjährige Aktion zum “Welttag des Buches” am 23. April: 33.333 Lese-Fans registrieren sich hier, wählen aus 25 Titeln ihr Lieblingsbuch und erhalten ein kostenloses Paket mit 30 Büchern dieses Titels – zum Weiterschenken an Freunde, Verwandte, Kunden, Kollegen, Literaturfreaks und Lesemuffel. Auf geht’s: Werden Sie zum Lese-Missionar!

Seit Monaten schlummert dieses Foto in meiner Sammlung der schlechtesten Slogans aller Zeiten. Heute liefert das Leben mir einen Anlass, es endlich zu veröffentlichen: Die Drogeriemarktkette Schlecker ist insolvent. Wenn Kundennähe sich so ausdrückt, wie in diesem Slogan präsentiert, wundert’s mich nicht.

BILD-Block

19 Jan 2012

Julia Dombrowski hat in ihrem Blog gerade auf die ihr eigene direkte Art klar gemacht, dass sie am 23. Juni von der flächendeckenden Verteilung der BILD-Zeitung verschont bleiben möchte. Geht mir genauso. An meinem Briefkasten wird es also ein Schild geben: “Bitte keine BILD-Zeitung einwerfen.” Nachahmung nicht nur erlaubt, sondern erwünscht.

“Mit der sachlich unangemessenen, folkloristisch-stereotypen Etikettierung einer rechts-terroristischen Mordserie werden ganze Bevölkerungsgruppen ausgegrenzt und die Opfer selbst in höchstem Maße diskriminiert, indem sie aufgrund ihrer Herkunft auf ein Imbissgericht reduziert werden.” So begründet die Jury der Sprachkritischen Aktion UNWORT DES JAHRES ihre diesjährige Entscheidung für den Begriff “Döner-Morde”. Ganz abgesehen davon, dass diese Begründung selbst ein sprachliches Unding ist, setzt meine Kritik auf der schlicht grammatikalischen Ebene an: Ist der Döner hier Täter oder Opfer?

Es ist vollbracht.

13 Jan 2012

Das Manuskript ist fertig, es kann bestellt werden! :o)

Hunde-/Jugendstrand

Da hängt man auf der Autobahn hinter einem viel zu langsamen Lkw fest und verliert nach und nach die Nerven. Bis man diese Aufschrift entdeckt:

Wir überholen Spielplätze.

Irgendwie beruhigend, oder?

Blogwichtelei, passiv

07 Dez 2011

Was Blogwichteln ist, habe ich ja schon hier erklärt. Nachdem ich Dogville mit einem Gastbeitrag zum Thema Schenken bewichtelt habe, macht nun Judith mich mit ihren “Betrachtungen über die Weihnachtszeit” glücklich. Los geht’s:

In der Weihnachtszeit kann man ganz schnell alles falsch machen. Es beginnt schon mit der Frage: Heißt es „an“ oder „zu“ Weihnachten? Es gibt im Advent so viele Besserwisser und Klugscheißer, dass besonnene Leute besser gleich den Ausdruck „in der Weihnachtszeit“ benutzen. Ein guter Weg der weihnachtlichen Stressbewältigung. Ärger ist außerdem vorprogrammiert, weil den meisten Menschen im Dezember Zeit fehlt, z. B. Zeit, um Geschenke zu kaufen. Das macht sie fertig. Sie stöhnen, jammern, manche werden wütend. Gestresste Schenker kaufen dann auf den letzten Drücker im Internet, sind heil*froh, dass sie es noch einmal geschafft haben. Aber siehe, sie bekommen diese Geschenke unterm Weihnachtsbaum um die Ohren gehauen, weil sie für den Kaufprozess nicht den vom Aussterben bedrohten Einzelhandel bemüht haben, Sie wissen schon: Buchläden und Geschäfte mit Gesicht. Tja nun, Weihnachten, das ist auch Politik. Das muss man sich klar machen.

Übrigens: Im Gegensatz zu den zeitarmen Erwachsenen haben Kinder um Weihnachten herum zu viel Zeit. Die Zeit von Adventskalendertürchen zu Adventskalendertürchen: Eine Ewigkeit! Die Zeit vom 1. Dezember bis zum Heiligabend: die reine Folter! Es verlangt von den Kindern einen großen Batzen Disziplin ab, über die eben nicht alle verfügen. Manche lunzen vorher. Sie fuchteln mit den Adventskalendern vor brennenden Kerzen herum, um in den sich abzeichnenden Schatten den Inhalt der restlichen Türen zu erraten. Dann fängt der Kalender plötzlich Feuer und es gibt richtig Ärger. Danach bereuen Eltern ihren weihnachtlichen Dekorationswahn, in dem sie Kerzen und offenes Licht ihren Sprösslingen frei und unbedacht zur Verfügung stellten. Was da hätte alles passieren können?! „Wir machen alles falsch!“, zerfleischen sich ganze Familien**.

Dabei zählt die Weihnachtsdekoration eben zu den Dingen, welche diesen Schwebezustand von Ende November bis zum 24. Dezember mit Pauken und Trompeten überklingt. Um diese Zeit zu verkürzen haben die Menschen noch viele andere Dinge erfunden: Weihnachtsmärkte, lustige Weihnachtsmützen für Kinder***, Weihnachtsplätzchen mit Rezeptemarathon, Stolle****, Weihnachtsdekoration in allen Farben und Formen, Weihnachtsfilme mit sehr guten Prädikaten, Weihnachtsmärkte mit Glühweinausschank, Blogwichtelaktionen*****, Weihnachtsbäume, Weihnachts-CD’s und zwar jedes Jahr neue… Für all den Weihnachtskram reicht die Vorweihnachtszeit gar nicht aus, wenn man alles mitnehmen will. Für Weihnachtsraffer jedoch hält die Industrie Weihnachtsgebäckmischungen, Weihnachtspotpourris und Weihnachtssampler bereit, so kriegt man viele Sachen auf einmal und kann sich auf das Wesentliche konzentrieren.

Ähem… was war gleich noch mal das Wesentliche an Weihnachten? Ach ja, Geschenke. Nein, die hatten wir schon. Jetzt weiß ich’s. Man darf nicht vergessen, dass viele Menschen den kirchlichen Hintergrund des Weihnachtsfestes bevorzugen, auch viele, die sich sonst über die Kirche aufregen. Als ich ein Kind war und in die Geschichte über Jesus eingeweiht wurde, dachte ich: Weihnachten geboren, Ostern gestorben – die ganzen Wunder und guten Taten in nur vier Monaten??? Wenn man nur am Weihnachtsabend in die Kirche geht, versteht man eben vieles nicht und so kommt es auch vor, dass Kinder Heiligabend auf dem Kirchplatz rufen: „Mama, jetzt weiß ich, wer Gott ist! Das ist der Mann in der braunen Lederjacke!“

Aber jetzt mal stopp. Kann es denn so viel Falsches im richtigen Weihnachten geben? Ich schlage vor, die Wörter richtig und falsch zu streichen und dafür gemütlich und innig einzusetzen. Und die Zeit, die trägt man zur Schau. Wo gibt’s die? Man nimmt sie sich. Weihnachten kann so einfach sein. Man muss nur loslassen können.

 * Nicht zu verwechseln mit der weihnachtlichen Vokabel „heilig“

 ** Daher kommt auch der stoßseufzerbegleitete Ausruf: „Ich hasse Weihnachten!“, der nie wirklich ernst gemeint ist.

 *** Aber Erwachsene setzen sie auch gern auf! So ungezwungen, das geht nur an Weih… äh in der Weihnachtszeit.

 **** Auch hier Dynamitgefahr: Heißt es „die Stolle“ oder „der Stollen“. Regionalbedingte Streitigkeiten haben seit der Wiedervereinigung zugenommen.

 ***** Ha, ha! Anspielung erkannt?

Wortnostalgie

06 Dez 2011

Was gibt es Schöneres, als in fast vergessenen Begrifflichkeiten zu schwelgen? Netter als das Blättern im Duden ist das hier:

(Und gefunden habe ich es bei Roland – danke!)

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