Bekanntermaßen ist Münster ja die Stadt der Fahrradfahrer – so verwundern die neuerdings im Stadtbild vertretenen Verkehrsschilder auch nur kurz. Kostprobe gefällig?

Geisterradler gefährden

Ganz ohne Frage ist Coca Cola eine der wertvollsten Marken der Welt. Was also kann ich als Brandstifterin dazu beitragen, diese Marke im Sinne meines Slogans “zu entflammen”? Gemeinsam mit fünf Mitstreiter/innen und unter der Leitung von Michael Kestin bin ich etlichen Coca-Cola-Kronkorken zu Leibe gerückt und habe mich an Markenentwicklung der etwas anderen Art versucht. Und das sind die Ergebnisse aus dem dreistündigen RECREATE-Ideen-Workshop:

Markenbildung der anderen ArtHalsband aus Kronkorken

(Fotos: Michael Kestin)

Die Ergebnisse der anderen Workshop-Teilnehmer gibt es hier zu sehen. Und ich habe eine weiteres Mal erlebt, wie enorm befreiend Handarbeit für eine Kopfarbeiterin wie mich ist – Querdenken ist immer eine gute Idee!

Ist Networking lernbar?

5. April 2013

Eine gewagte Frage für eine Frau, die einen nicht unerheblichen Teil ihres Umsatzes damit macht, andere Menschen mit der Welt der sozialen Netzwerke vertraut zu machen. Meine Antwort darauf ist so kurz wie klar: Nein. (Das war die schlechte Nachricht.) Die Erläuterung dazu ist ein wenig länger:

Immer wieder sitzen mir Kunden gegenüber, die sich (und mich) fragen:
• Wie viel Zeit muss ich denn so pro Tag in meine Social-Media-Aktivitäten investieren?
• Müssen wir auch bei Google+ mitmachen oder genügt eine Facebook-Seite?
• Wie oft müssen wir unser Blog mit neuen Inhalten bestücken, um nicht in Vergessenheit zu geraten?
• Müssen wir einen Redaktionsplan erstellen oder können die Inhalte für unsere Facebook-Seite auch ganz spontan aus dem Alltagsgeschäft kommen?

Die Liste lässt sich beliebig fortsetzen. Das entscheidende Wort in all diesen Fragen lautet “müssen”. Wer sich zu einer Tätigkeit gezwungen fühlt, wird sie nie mit Begeisterung tun – und wer nicht von seinem Tun begeistert ist, wird damit niemals andere anstecken. (Sie ahnen, warum ich mich “Brandstifterin” nenne…? ;-)) Und wer keinen anderen ansteckt, ist auch kein Netzwerker.

Networking ist eine Haltung, keine Technik. Überzeugte Netzwerker denken andere mit – das gilt im Privatleben genauso wie im Job. Echte Netzwerker reißen Zeitungsartikel aus, um sie dem besten Freund zum nächsten Treffen mitzubringen; und das haben sie schon gemacht, bevor es das Internet überhaupt gab. Im Job agieren sie genauso: Spannende Informationen werden an interessierte Kollegen, Vorgesetzte oder Mitarbeiter weitergegeben – oder eben an den (potenziellen) Kunden. Facebook und Co. sind nur die technischen Hilfsmittel, mit denen diese Weitergabe erleichtert wird.

Die entscheidende Frage lautet also nicht “Wie agiere ich am erfolgreichsten in sozialen Netzwerken?”, sondern “Habe ich überhaupt Lust darauf?” Wer diese Frage mit “Nein” beantwortet, sollte die Finger von Social Media lassen – und jemanden im Unternehmen suchen, der diese Lust hat. Der ist dann auch richtig in einer Weiterbildung wie social-media-firmenseminare.de.

Denn die gute Nachricht lautet: Sie müssen überhaupt nichts. Was wollen Sie denn?

Kreativität im Alltag

18. März 2013

Was ist das?:

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Hallo Frau Wolff
Ich muss mich entschuldigen, ich habe meine Hausaufgaben nicht gemacht.
Also es war so, wir hatten so viel auf in den anderen Fächern, und schreiben heute einen Vokabeltest, dass ich einfach keine Zeit mehr hatte. Ich muss nachmittags auch immer zum Sport, den mein Papa möchte dass ich später einmal bei Olympia teilnehmen kann, obgleich ich das garnicht will, und meine Mama, die hat gestern so schlechten Eintopf gemacht, dass ich auch noch Bauchschmerzen bekommen habe, und vor allem meine große Schwester, der war so langweilig dass sie mein Hausaufgabenheft kurzerhand zum Zeichnen genommen hatte, was ich natürlich als total verwerflich halte, und weswegen ich keine Hausaufgaben machen konnte, und jetzt hier sitze und ihnen sagen muss dass ich gerade dran sitze und diese sehr gerne nach der Stunde nachreichen kann, und ich sichere ihnen zu, dass ich auch bestimmt nicht abschreiben werde, denn das sagt meine mama ist genauso verwerflich, weil meine Noten ja dann noch schlechter werden würde, denn neben mir sitzt Tobi, und der hat immer schlechte Noten, obwohl er einmal eine eins hatte, aber das war glaube ich bei einem Vokabeltest bei dem er einen kleinen Zettel auf seinen Beinen hatte, und uns nach dem Test auf dem Jungenklo zeigte dass er Zauberschrift auf der Hand hatte, die kein Lehrer sehen konnte, auf jeden Fall bekommen sie ihre ausgearbeitete Aufgabe noch heute, auch wenn ich dafür so lange nachsitze bis, oh, ich fange lieber mal an.

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Solche E-Mails bekommt man von Maximilian Beckers, wenn man das Ausbleiben dringend benötigter Informationen reklamiert. :o)

Googles Datensammelwut ist weithin bekannt – und nicht wenigen Nutzern ein Dorn im Auge. Doch wer weiß schon genau, welche Suchanfragen er bei aktivem Google-Konto eingegeben hat und was genau der Suchmaschinenriese somit über ihn weiß?

Genau diese Informationen hält das Google Webprotokoll (auch: Google history) für Sie bereit. Unter https://history.google.com/history finden Sie sämtliche Suchanfragen auf Google sowie die Seiten, auf die Sie in den Suchergebnissen geklickt haben. Hier können Sie unerwünschte Einträge oder Ihr gesamtes Webprotokoll löschen – und sogar die komplette Deaktivierung Ihrer Web-History ist möglich.

Machen Sie doch gleich mal den Test: Was weiß die Datenkrake über Sie? Und wenn Sie wollen, löschen Sie ihr Gedächtnis.

PS: Wer genau wissen will, welche Google-Dienste eigentlich mit dem eigenen Konto verknüpft sind, für den lohnt sich ein Besuch des Google Dashboards: Hier lassen sich sämtliche Dienste einsehen und individuell konfigurieren.

Ein knappes Jahr nach meinem Erstling “XING für Dummies” ist es heute soweit: Mein zweites Werk kommt in die Buchhandlungen. Und so sieht es aus:

Wenn sie keinen Selbstverteidigungskurs besucht hat und er größer als 1,50 Meter ist, ist nahezu jeder Mann einer Frau körperlich überlegen. Diese schlichte Tatsache macht den 1:1-Kontakt zwischen Menschen unterschiedlichen Geschlechts zu einer Vertrauensfrage. Natürlich kann frau sich wehren, widersprechen, eingreifen – letzten Endes unternimmt sie dabei aber jedes Mal eine Gratwanderung, bei der sie ihre körperliche und seelische Unversehrtheit aufs Spiel setzt. Mit sexistischen Sprüchen oder Übergriffen konfrontiert, bleiben einer Frau oft nur Sekundenbruchteile für eine Reaktion – kommt zur körperlichen Überlegenheit des Mannes auch noch ein Machtgefälle hinzu, entscheiden viele Frauen sich in diesen Sekundenbruchteilen für den schweigenden Rückzug.

Sind sie deswegen “Lämmer“? Ist das ursprüngliche Geschehen deshalb weniger verachtenswert? Muss eine Frau erst klagen, schreien oder um sich treten, bevor das Verhalten eines Mannes als inakzeptabel gebrandmarkt wird? Wird ein Täter erst durch das Verhalten des Opfers zu einem solchen gemacht?

Trotz zahlloser sexistischer Erlebnisse habe ich das Vertrauen in die Männer nicht verloren: Ich glaube fest daran, dass sie sehr deutlich mitkriegen, wenn eine Frau etwas nicht möchte. Nein, sie müssen keine Gedanken lesen können. Aber es bedarf m.E. auch keines festen Tritts in ihre empfindlichsten Teile, damit sie mitbekommen, dass sie gerade eine Grenze überschreiten.Wikipedia sagt: “Ein Flirt ist eine erotisch konnotierte Annäherung zwischen Personen.” Der Plural impliziert: Hier sind mindestens zwei Menschen beteiligt. Geht das Gegenüber nicht auf einen solchen Annäherungsversuch ein, heißt das “Nein”. Erwidert es meine Berührungen nicht, heißt das “Nein”. Und sagt es “Nein”, heißt das “Nein”. Das ist weder hysterisch, noch zickig, noch missverständlich.

Was also ist los mit euch Männern da draußen, die ihr das aktuelle Geschehen auf Twitter dermaßen abqualifizieren müsst? Eigentlich ist es doch ganz einfach: Diejenigen unter euch, die ein “Nein” schon immer verstanden und respektiert haben, können sich entspannt zurücklehnen (oder über das Verhalten ihrer Geschlechtsgenossen erschrecken oder in einen Dialog mit ihren Partnerinnen/Schwestern/Müttern/Freundinnen zu deren Erfahrungen eintreten). Und ihr anderen, die ihr in irgendwelchen seltsamen Stammtischgesprächen, Büchern oder Filmen gelernt habt, dass ein “Nein” nur ein bisschen kokette Ziererei ist, habt jetzt die Möglichkeit, etwas dazuzulernen. “LISTEN” und “SILENT” bestehen nicht zufällig aus denselben Buchstaben.

Selbstzensur

18. Januar 2013

Zwei Krankenhäuser in katholischer Trägerschaft weisen vergewaltige Frauen ab, weil eine Notfallkontrazeption ihren “ethischen und moraltheologischen Grundsätzen” widerspreche. (Nachzulesen unter anderem hier.) Gleichzeitig kündigt der Verband der Diözesen Deutschlands die Zusammenarbeit mit dem Kriminologischen Forschungsinstitut Niedersachsen, das an einer Studie über die Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche arbeitet. (Nachzulesen unter anderem hier.) Und zum Unwort des Jahres wird das “Opfer-Abo” gekürt – mit dem Frauen nach Meinung von Jörg Kachelmann ihre Interessen gegenüber Männern mit Hilfe von Fachbeschuldigungen – unter anderem der Vergewaltigung – durchsetzen könnten.

Angesichts der Tatsache, dass nur fünf bis acht Prozent der von sexueller Gewalt betroffenen Frauen die Polizei einschalten und es dabei in nur drei bis vier Prozent der Fälle zu einer Anzeige und einem Gerichtsverfahren kommt, hält die Jury diese Aussage für “sachlich grob unangemessen” und “gegen die Menschenwürde der tatsächlichen Opfer” verstoßend. Mit dieser Aussage konfroniert, twittert Kachelmann: “Leider ist es die Wahrheit, die manchmal politisch unkorrekt ist.”

Der Rest ist Schweigen.

Bereits zum zweiten Mal führt mein Lieblingsnetzwerk die sogenannte “Blogwichtel-Aktion” durch, bei der wir uns gegenseitig mit Blog-Beiträgen beschenken. So habe ich in diesem Jahr einen Beitrag für Pia Ziefles “Denkding” erstellt und im Gegenzug einen von Daniela Dreuth bekommen. Herzlichen Dank und viel Spaß beim Lesen!

 

Weniger wichtige Wörter

Jedes Jahr im Dezember gibt die Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) ihre Entscheidung für das Wort des Jahres bekannt. Die meisten der Wörter der Vorjahre kann man sofort zeitlich (ungefähr) einordnen oder weiß, welche Ereignisse oder Debatten damit verbunden sind.

1979 war es Holocaust. Die gleichnamige Serie hatte in Deutschland heiße Debatten ausgelöst, ob man die Nazi-Gräuel auf diese Weise fiktional darstellen dürfe. Im Jahr darauf diskutierte die Gesellschaft darüber, ob die Rasterfahndung ein geeignetes Mittel für die Fahndung nach RAF-Terroristen ist. Es folgten die Ellenbogengesellschaft, der Heiße Herbst, das Umweltauto, Glykol, Tschernobyl, Aids/Kondom und Gesundheitsreform, bevor das Denken der Deutschen offensichtlich von der deutschen Einheit bestimmt wurde: Reisefreiheit, Die neuen Bundesländer und Besserwessi waren die Wörter der Jahre 1989 bis 1991. So könnte ich weiter aufzählen und fast zu jedem Wort bis zum vergangenen Jahr eine kleine Geschichte erzählen.

Die GfdS schreibt auf ihrer Website: „Ausgewählt werden Wörter und Ausdrücke, die die öffentliche Diskussion des betreffenden Jahres besonders bestimmt haben, die für wichtige Themen stehen oder sonst als charakteristisch erscheinen (…). Es geht nicht um Worthäufigkeiten. Auch ist mit der Auswahl keine Wertung bzw. Empfehlung verbunden.“

Betrachte ich mir die Wörter der Vorjahre, so scheinen mir diese recht gut die Befindlichkeiten der Gesellschaft der jeweiligen Zeit wiederzugeben. In diesem Jahr dagegen ging ein Aufschrei durchs Land. Es gewann: Rettungsroutine.

Auf den Plätzen landeten unter anderem Gottesteilchen, Punk-Gebet, wulffen oder Schlecker-Frauen. Neuschöpfungen des Jahres 2012, die Medien und Stammtische beherrschten. Auch in fünf oder zehn Jahren hätten viele noch gewusst, was sich damit verbindet. Doch Rettungsroutine musste uns die GfdS zunächst einmal erklären: Es beschreibt die Maßnahmen zur Stabilisierung der Wirtschaftslage und soll in einer Veröffentlichung vorgekommen sein. Das Wort wurde also gewählt, weil es etwas verdeutlicht, was das Land tatsächlich in diesem Jahr umgetrieben hat, nicht weil das Wort an sich in aller Munde gewesen wäre. Ob das in einem der Vorjahre ebenso war? Sind diese Wörter gar nicht so „natürlich“, wie es mir heute scheint?

Aber warum wählte man nicht Euro-Rettungsschirm? Ein verständnisvolles Aufseufzen wäre durchs Land gegangen. Ich finde ja, sogar ein simples Griechenland hätte ins Schwarze getroffen.

Ich bin gespannt, ob uns Rettungsroutine durch die Diskussionen, die jetzt über dieses Wort geführt werden, tatsächlich so geläufig werden wird, dass wir es im Rückblick als repräsentativ empfinden werden? Eine Routine beschreibt etwas, was schon so oft gemacht wurde, dass es quasi automatisiert abläuft. Oder etwas, dessen Ablauf bis ins Detail geregelt ist. Sind unsere Politiker bereits so routiniert im Retten Europas? Die Hoffnung stirbt zuletzt!

Soeben wurde ich per Post darüber informiert, dass das ursprünglich vom Absender für mich bestimmte Weihnachtsgeschenk in diesem Jahr nicht an mich, sondern an die Klinik/Stiftung/Selbsthilfegruppe XY gespendet wurde.

Bin ich eigentlich die einzige, die das seltsam findet?

Verstehen Sie mich nicht falsch: Ich spende gerne und viel. Allerdings entscheide ich gerne selber, an wen meine Spende geht. Und die postalische Benachrichtigung über die Spende fühlt sich an, als würde man mir erst ein hübsch verpacktes Geschenk überreichen und es mir dann, wenn ich es gerade auspacken will, wieder aus der Hand nehmen und an jemand anderen weiterreichen.

Gerade in Zeiten von Social Media sollte sowas doch besser und interaktiver gehen, oder?

Wie wäre es zum Beispiel mit einer langfristig angelegten Aktion, bei der die Empfänger vorab kontaktiert werden und selber entscheiden können, an welches von fünf Projekten ihr Geld gehen soll? Eine Kampagne, die die “Übergangenen” so mit einbezieht, dass sie ihr Geld mit Begeisterung geben, die Kampagne weiterempfehlen und so zusätzliche Spender ins Boot holen?

Alles ist besser als eine dröge Postkarte (deren Druck und Versand im Übrigen auch Geld kostet).

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