
Gestern um kurz nach acht war es soweit: Ich folgte meiner lang gebremsten Neugier und dem wiederholten Lockruf von MiSha zu Pinterest. Gleich zwei Dinge sind daran bemerkenswert:
1. Trotz langjähriger Internet-Erfahrung, heftiger Social-Media-Begeisterung und hoher Affinität zu allem, was neu ist, ist mir eines noch nie passiert: Diese Plattform habe ich schon geliebt, bevor ich überhaupt angemeldet war. Natürlich habe ich die Berichterstattung über Pinterest in den letzten Monaten aufmerksam verfolgt, und natürlich habe ich immer wieder mal hineingeguckt – und schon dabei bin ich mit einer Heftigkeit entflammt, die ich in Bezug auf das Internet noch nie erlebt habe. Das mag daran liegen, dass ich erstens eine Frau bin (Pinterest wird zzt. überwiegend von Frauen genutzt) und zweitens irgendwo in mir drin eine Fotografin/Malerin/sonstwas für eine Künstlerin steckt – faszinierend ist es allemal.
2. Seit mehr als elf Jahren bin ich berufliche Einzelkämpferin und verwahre mich gegen jeden Versuch der Vereinnahmung. Kooperationen, lockere Netzwerke, projektbezogene Teams sind meine Arbeitsform der Wahl. Und plötzlich finde ich mich in einem Selbstversuch wieder, in dem gleich neun meiner aktuell zwölf Boards bei Pinterest nicht von mir allein betrieben werden. Wer stellt denn hier sicher, dass keine Inhalte veröffentlicht werden, mit denen ich nicht einverstanden bin? Wer legt die langfristige Strategie für diese Boards fest? Und wer sorgt dafür, dass nicht alles drunter und drüber geht? – Niemand. Oder eben alle.
Wer sich einen Eindruck von der Revolution machen will: Ich bin hier zu finden.