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Bereits zum zweiten Mal führt mein Lieblingsnetzwerk die sogenannte “Blogwichtel-Aktion” durch, bei der wir uns gegenseitig mit Blog-Beiträgen beschenken. So habe ich in diesem Jahr einen Beitrag für Pia Ziefles “Denkding” erstellt und im Gegenzug einen von Daniela Dreuth bekommen. Herzlichen Dank und viel Spaß beim Lesen!

 

Weniger wichtige Wörter

Jedes Jahr im Dezember gibt die Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) ihre Entscheidung für das Wort des Jahres bekannt. Die meisten der Wörter der Vorjahre kann man sofort zeitlich (ungefähr) einordnen oder weiß, welche Ereignisse oder Debatten damit verbunden sind.

1979 war es Holocaust. Die gleichnamige Serie hatte in Deutschland heiße Debatten ausgelöst, ob man die Nazi-Gräuel auf diese Weise fiktional darstellen dürfe. Im Jahr darauf diskutierte die Gesellschaft darüber, ob die Rasterfahndung ein geeignetes Mittel für die Fahndung nach RAF-Terroristen ist. Es folgten die Ellenbogengesellschaft, der Heiße Herbst, das Umweltauto, Glykol, Tschernobyl, Aids/Kondom und Gesundheitsreform, bevor das Denken der Deutschen offensichtlich von der deutschen Einheit bestimmt wurde: Reisefreiheit, Die neuen Bundesländer und Besserwessi waren die Wörter der Jahre 1989 bis 1991. So könnte ich weiter aufzählen und fast zu jedem Wort bis zum vergangenen Jahr eine kleine Geschichte erzählen.

Die GfdS schreibt auf ihrer Website: „Ausgewählt werden Wörter und Ausdrücke, die die öffentliche Diskussion des betreffenden Jahres besonders bestimmt haben, die für wichtige Themen stehen oder sonst als charakteristisch erscheinen (…). Es geht nicht um Worthäufigkeiten. Auch ist mit der Auswahl keine Wertung bzw. Empfehlung verbunden.“

Betrachte ich mir die Wörter der Vorjahre, so scheinen mir diese recht gut die Befindlichkeiten der Gesellschaft der jeweiligen Zeit wiederzugeben. In diesem Jahr dagegen ging ein Aufschrei durchs Land. Es gewann: Rettungsroutine.

Auf den Plätzen landeten unter anderem Gottesteilchen, Punk-Gebet, wulffen oder Schlecker-Frauen. Neuschöpfungen des Jahres 2012, die Medien und Stammtische beherrschten. Auch in fünf oder zehn Jahren hätten viele noch gewusst, was sich damit verbindet. Doch Rettungsroutine musste uns die GfdS zunächst einmal erklären: Es beschreibt die Maßnahmen zur Stabilisierung der Wirtschaftslage und soll in einer Veröffentlichung vorgekommen sein. Das Wort wurde also gewählt, weil es etwas verdeutlicht, was das Land tatsächlich in diesem Jahr umgetrieben hat, nicht weil das Wort an sich in aller Munde gewesen wäre. Ob das in einem der Vorjahre ebenso war? Sind diese Wörter gar nicht so „natürlich“, wie es mir heute scheint?

Aber warum wählte man nicht Euro-Rettungsschirm? Ein verständnisvolles Aufseufzen wäre durchs Land gegangen. Ich finde ja, sogar ein simples Griechenland hätte ins Schwarze getroffen.

Ich bin gespannt, ob uns Rettungsroutine durch die Diskussionen, die jetzt über dieses Wort geführt werden, tatsächlich so geläufig werden wird, dass wir es im Rückblick als repräsentativ empfinden werden? Eine Routine beschreibt etwas, was schon so oft gemacht wurde, dass es quasi automatisiert abläuft. Oder etwas, dessen Ablauf bis ins Detail geregelt ist. Sind unsere Politiker bereits so routiniert im Retten Europas? Die Hoffnung stirbt zuletzt!

Soeben wurde ich per Post darüber informiert, dass das ursprünglich vom Absender für mich bestimmte Weihnachtsgeschenk in diesem Jahr nicht an mich, sondern an die Klinik/Stiftung/Selbsthilfegruppe XY gespendet wurde.

Bin ich eigentlich die einzige, die das seltsam findet?

Verstehen Sie mich nicht falsch: Ich spende gerne und viel. Allerdings entscheide ich gerne selber, an wen meine Spende geht. Und die postalische Benachrichtigung über die Spende fühlt sich an, als würde man mir erst ein hübsch verpacktes Geschenk überreichen und es mir dann, wenn ich es gerade auspacken will, wieder aus der Hand nehmen und an jemand anderen weiterreichen.

Gerade in Zeiten von Social Media sollte sowas doch besser und interaktiver gehen, oder?

Wie wäre es zum Beispiel mit einer langfristig angelegten Aktion, bei der die Empfänger vorab kontaktiert werden und selber entscheiden können, an welches von fünf Projekten ihr Geld gehen soll? Eine Kampagne, die die “Übergangenen” so mit einbezieht, dass sie ihr Geld mit Begeisterung geben, die Kampagne weiterempfehlen und so zusätzliche Spender ins Boot holen?

Alles ist besser als eine dröge Postkarte (deren Druck und Versand im Übrigen auch Geld kostet).

Nach “XING für Dummies” ist nun auch der nächste Schreibmarathon überstanden: Am 25. Februar 2013 wird mein zweites Buch “Social Media für Gründer und Selbstständige” erscheinen. (Es kann bereits vorbestellt werden! ;-))

Bei dem Co-Autoren kann es nur ein tierischer Erfolg werden!

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