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Immer wieder landen naive, abstruse oder unverschämte Anfragen in meinem Postfach – manchmal mache ich mir die Mühe, sie zu beantworten. In diesem Fall konnte ich nicht anders, als mein Amüsement in Worte zu fassen.


Die Anfrage:

Sehr geehrte Frau Wolff,

wir, die XY Werbeagentur GmbH, suchen aktuell freiberufliche Werbetexter, die uns langfristig bei der alltäglichen Arbeit unterstützen. Um einschätzen zu können, ob eine gemeinsame Kooperation zukünftig Sinn macht, möchte ich Sie bitten, uns einen kurzen knackigen Text zu folgendem Thema zu verfassen:

Wir haben für unseren Kunden YZ ein Corporate Design entwickelt. Ein Puzzlestück in der Kommunikation bietet hier die Website (siehe PDF Dokument im Anhang). Die Unterseiten werden durch kurze Texte, in grauer Schrift, eingeleitet (ca. 250 Zeichen bzw. 35-40 Wörter). Ich möchte Sie bitten, einen Einleitungssatz für den Bereich “Aktuelle Meldungen” zu verfassen.

Bitte legen Sie hier den Fokus auf die Eckpfeiler des Kommunikationskonzepts (“Reden statt Handeln”, “Suchen statt Finden”, etc.). Die Tonalität soll eine kitzelnde, provokante und für den grauen ABC-Markt belebende Stimmung aufgreifen.

Auf diese Weise können wir feststellen, ob Ihr Schreibstil mit unseren Vorstellungen harmoniert. Sehen Sie Ihren Vertrauensvorschuss nicht als reine “pro bono Leistung”, vielmehr haben Sie die Möglichkeit uns Ihr Können zu zeigen, um eine langfristige Zusammenarbeit aufzubauen.

Ich bitte um möglichst schnelle Antwort. Bei Fragen stehen wir Ihnen telefonisch gerne zur Verfügung (Mo-Fr 9-17 Uhr).

Vielen Dank
Mit freundlichen Grüßen von der DEFG-Allee


Meine Antwort:

Sehr geehrte Frau XYZ,

ich, eine freiberuflich arbeitende PR-Beraterin, suche aktuell eine Werbeagentur, die mich und meine Kunden langfristig bei der alltäglichen Arbeit unterstützt. Um einschätzen zu können, ob eine Kooperation sinnvoll ist, bitte ich Sie, mir einen optisch und funktional ansprechenden Entwurf für die responsive Gestaltung meiner Website zu erstellen.

Die mit Typo3 umgesetzte Seite www.constanzewolff.de wurde 2011 eingeführt und erfüllt meine Anforderungen nach wie vor ganz und gar. Tüpfelchen auf dem i wäre ein responsives Design für mobile Endgeräte, das laut Ihrer Website zu Ihren Kernkompetenzen gehört. Bitte beachten Sie bei der Gestaltung dieses i-Tüpfelchens die Corporate-Design-Vorgaben (siehe PDF-Dokument im Anhang).

Auf diese Weise kann ich feststellen, ob Ihre Arbeitsweise und Ihr Stil mit meinen Vorstellungen harmonieren. Sehen Sie Ihren Vertrauensvorschuss nicht als reine Pro-Bono-Leistung, sondern nutzen Sie die Möglichkeit, mir Ihr Können zu zeigen, um eine langfristige Zusammenarbeit zu etablieren.

Ich bitte um eine möglichst schnelle Antwort. Oder eine Einladung zum Kaffee, bei der wir die Möglichkeiten einer Kooperation auf Augenhöhe und ohne kostenlose Vorableistungen in Ruhe erörtern. ;-)

Mit freundlichen Grüßen von der Blumenstraße
Constanze Wolff

Kundengeschenke mit Pfiff?

24. September 2014

In drei Monaten ist Heiligabend – die perfekte Gelegenheit, sich frühzeitig Gedanken über geeignete Geschenke für Ihre Kunden zu machen. Was passiert, wenn diese Gedanken ausbleiben, wurde mir zu meinem diesjährigen Geburtstag eindrucksvoll vor Augen geführt. Ich bekam …

• von gleich zwei Dienstleistern jeweils ein Kuchenrezept (Nach dem Motto “Backen Sie sich Ihre &%$§!?-Geburtstagstorte doch selbst”?)

• einen ICE aus Pappe zum Selberfalten (Weil ich als BahnCard-Nutzerin vermutlich ein solcher Fan bin, dass ich mir einen Zug auf den Schreibtisch stelle?)

• einen Fünf-Euro-Gutschein für einen Online-Shop, in dem ich noch nie bestellt habe (und es wohl auch nie tun werde)

• einen Zehn-Euro-Gutschein für einen Laden, in dem ich sehr gerne einkaufe (der aber nur gilt, wenn ich für mindestens 100 Euro dort einkaufe)

• eine Mail mit dem genau gleichen Text wie im letzten Jahr

• etliche Standardsmails, in denen mir herzlich gratuliert wurde und ich im gleichen Atemzug auf irgendein neues Supersonderangebot des Anbieters hingewiesen wurde

Über genau keines dieser Geschenke habe ich mich gefreut. Der einzige Lichtblick stammte tatsächlich von meiner Bank – und hängt bis heute an meinem Schrank:

Kundengeschenk

Was sagt es über die große Masse der Kundenkommunikation, dass ein solches Bildmotiv als leuchtendes Beispiel herhalten muss?

PS: Ich freue mich selbstverständlich jederzeit über Ihre Anfragen zur Entwicklung von kreativen Geschenkideen für Ihre (potenziellen) Kunden! ;-)

Die andere Seite

24. April 2014

Mit großer Begeisterung nimmt die Netz- (also: Nerd-) Welt aktuell den folgenden Spot auf, mit dem mobbende Kids für das Leid ihrer Opfer (und vor allem: dessen Folgen!) sensibilisiert werden sollen:

Ich sah ihn einmal. Ich sah in zweimal. Ich sah ihn dreimal. Und fragte mich jedes Mal, wieso er trotz guter Idee und ebensolcher Machart ein derart flaues Gefühl bei mir hinterließ. Und dann fiel es mir wie Schuppen von den Augen:

Dieser Spot ist unvollständig und zeigt nur die Hälfte der Wahrheit. Wer den Auslöser für sadistisches Verhalten von Vorgesetzten in deren (Opfer-) Biografie sucht, kann den Blick nicht von der Biografie der Täter wenden. Der Logik des Spots folgend, waren auch diese einmal Opfer. (Nicht logisch ist m.E. aber die Schlussfolgerung, dass aus Opfern Täter werden müssen.)

Bekanntermaßen ist Münster ja die Stadt der Fahrradfahrer – so verwundern die neuerdings im Stadtbild vertretenen Verkehrsschilder auch nur kurz. Kostprobe gefällig?

Geisterradler gefährden

Wenn sie keinen Selbstverteidigungskurs besucht hat und er größer als 1,50 Meter ist, ist nahezu jeder Mann einer Frau körperlich überlegen. Diese schlichte Tatsache macht den 1:1-Kontakt zwischen Menschen unterschiedlichen Geschlechts zu einer Vertrauensfrage. Natürlich kann frau sich wehren, widersprechen, eingreifen – letzten Endes unternimmt sie dabei aber jedes Mal eine Gratwanderung, bei der sie ihre körperliche und seelische Unversehrtheit aufs Spiel setzt. Mit sexistischen Sprüchen oder Übergriffen konfrontiert, bleiben einer Frau oft nur Sekundenbruchteile für eine Reaktion – kommt zur körperlichen Überlegenheit des Mannes auch noch ein Machtgefälle hinzu, entscheiden viele Frauen sich in diesen Sekundenbruchteilen für den schweigenden Rückzug.

Sind sie deswegen “Lämmer“? Ist das ursprüngliche Geschehen deshalb weniger verachtenswert? Muss eine Frau erst klagen, schreien oder um sich treten, bevor das Verhalten eines Mannes als inakzeptabel gebrandmarkt wird? Wird ein Täter erst durch das Verhalten des Opfers zu einem solchen gemacht?

Trotz zahlloser sexistischer Erlebnisse habe ich das Vertrauen in die Männer nicht verloren: Ich glaube fest daran, dass sie sehr deutlich mitkriegen, wenn eine Frau etwas nicht möchte. Nein, sie müssen keine Gedanken lesen können. Aber es bedarf m.E. auch keines festen Tritts in ihre empfindlichsten Teile, damit sie mitbekommen, dass sie gerade eine Grenze überschreiten.Wikipedia sagt: “Ein Flirt ist eine erotisch konnotierte Annäherung zwischen Personen.” Der Plural impliziert: Hier sind mindestens zwei Menschen beteiligt. Geht das Gegenüber nicht auf einen solchen Annäherungsversuch ein, heißt das “Nein”. Erwidert es meine Berührungen nicht, heißt das “Nein”. Und sagt es “Nein”, heißt das “Nein”. Das ist weder hysterisch, noch zickig, noch missverständlich.

Was also ist los mit euch Männern da draußen, die ihr das aktuelle Geschehen auf Twitter dermaßen abqualifizieren müsst? Eigentlich ist es doch ganz einfach: Diejenigen unter euch, die ein “Nein” schon immer verstanden und respektiert haben, können sich entspannt zurücklehnen (oder über das Verhalten ihrer Geschlechtsgenossen erschrecken oder in einen Dialog mit ihren Partnerinnen/Schwestern/Müttern/Freundinnen zu deren Erfahrungen eintreten). Und ihr anderen, die ihr in irgendwelchen seltsamen Stammtischgesprächen, Büchern oder Filmen gelernt habt, dass ein “Nein” nur ein bisschen kokette Ziererei ist, habt jetzt die Möglichkeit, etwas dazuzulernen. “LISTEN” und “SILENT” bestehen nicht zufällig aus denselben Buchstaben.

Selbstzensur

18. Januar 2013

Zwei Krankenhäuser in katholischer Trägerschaft weisen vergewaltige Frauen ab, weil eine Notfallkontrazeption ihren “ethischen und moraltheologischen Grundsätzen” widerspreche. (Nachzulesen unter anderem hier.) Gleichzeitig kündigt der Verband der Diözesen Deutschlands die Zusammenarbeit mit dem Kriminologischen Forschungsinstitut Niedersachsen, das an einer Studie über die Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche arbeitet. (Nachzulesen unter anderem hier.) Und zum Unwort des Jahres wird das “Opfer-Abo” gekürt – mit dem Frauen nach Meinung von Jörg Kachelmann ihre Interessen gegenüber Männern mit Hilfe von Fachbeschuldigungen – unter anderem der Vergewaltigung – durchsetzen könnten.

Angesichts der Tatsache, dass nur fünf bis acht Prozent der von sexueller Gewalt betroffenen Frauen die Polizei einschalten und es dabei in nur drei bis vier Prozent der Fälle zu einer Anzeige und einem Gerichtsverfahren kommt, hält die Jury diese Aussage für “sachlich grob unangemessen” und “gegen die Menschenwürde der tatsächlichen Opfer” verstoßend. Mit dieser Aussage konfroniert, twittert Kachelmann: “Leider ist es die Wahrheit, die manchmal politisch unkorrekt ist.”

Der Rest ist Schweigen.

Bereits zum zweiten Mal führt mein Lieblingsnetzwerk die sogenannte “Blogwichtel-Aktion” durch, bei der wir uns gegenseitig mit Blog-Beiträgen beschenken. So habe ich in diesem Jahr einen Beitrag für Pia Ziefles “Denkding” erstellt und im Gegenzug einen von Daniela Dreuth bekommen. Herzlichen Dank und viel Spaß beim Lesen!

 

Weniger wichtige Wörter

Jedes Jahr im Dezember gibt die Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) ihre Entscheidung für das Wort des Jahres bekannt. Die meisten der Wörter der Vorjahre kann man sofort zeitlich (ungefähr) einordnen oder weiß, welche Ereignisse oder Debatten damit verbunden sind.

1979 war es Holocaust. Die gleichnamige Serie hatte in Deutschland heiße Debatten ausgelöst, ob man die Nazi-Gräuel auf diese Weise fiktional darstellen dürfe. Im Jahr darauf diskutierte die Gesellschaft darüber, ob die Rasterfahndung ein geeignetes Mittel für die Fahndung nach RAF-Terroristen ist. Es folgten die Ellenbogengesellschaft, der Heiße Herbst, das Umweltauto, Glykol, Tschernobyl, Aids/Kondom und Gesundheitsreform, bevor das Denken der Deutschen offensichtlich von der deutschen Einheit bestimmt wurde: Reisefreiheit, Die neuen Bundesländer und Besserwessi waren die Wörter der Jahre 1989 bis 1991. So könnte ich weiter aufzählen und fast zu jedem Wort bis zum vergangenen Jahr eine kleine Geschichte erzählen.

Die GfdS schreibt auf ihrer Website: „Ausgewählt werden Wörter und Ausdrücke, die die öffentliche Diskussion des betreffenden Jahres besonders bestimmt haben, die für wichtige Themen stehen oder sonst als charakteristisch erscheinen (…). Es geht nicht um Worthäufigkeiten. Auch ist mit der Auswahl keine Wertung bzw. Empfehlung verbunden.“

Betrachte ich mir die Wörter der Vorjahre, so scheinen mir diese recht gut die Befindlichkeiten der Gesellschaft der jeweiligen Zeit wiederzugeben. In diesem Jahr dagegen ging ein Aufschrei durchs Land. Es gewann: Rettungsroutine.

Auf den Plätzen landeten unter anderem Gottesteilchen, Punk-Gebet, wulffen oder Schlecker-Frauen. Neuschöpfungen des Jahres 2012, die Medien und Stammtische beherrschten. Auch in fünf oder zehn Jahren hätten viele noch gewusst, was sich damit verbindet. Doch Rettungsroutine musste uns die GfdS zunächst einmal erklären: Es beschreibt die Maßnahmen zur Stabilisierung der Wirtschaftslage und soll in einer Veröffentlichung vorgekommen sein. Das Wort wurde also gewählt, weil es etwas verdeutlicht, was das Land tatsächlich in diesem Jahr umgetrieben hat, nicht weil das Wort an sich in aller Munde gewesen wäre. Ob das in einem der Vorjahre ebenso war? Sind diese Wörter gar nicht so „natürlich“, wie es mir heute scheint?

Aber warum wählte man nicht Euro-Rettungsschirm? Ein verständnisvolles Aufseufzen wäre durchs Land gegangen. Ich finde ja, sogar ein simples Griechenland hätte ins Schwarze getroffen.

Ich bin gespannt, ob uns Rettungsroutine durch die Diskussionen, die jetzt über dieses Wort geführt werden, tatsächlich so geläufig werden wird, dass wir es im Rückblick als repräsentativ empfinden werden? Eine Routine beschreibt etwas, was schon so oft gemacht wurde, dass es quasi automatisiert abläuft. Oder etwas, dessen Ablauf bis ins Detail geregelt ist. Sind unsere Politiker bereits so routiniert im Retten Europas? Die Hoffnung stirbt zuletzt!

Soeben wurde ich per Post darüber informiert, dass das ursprünglich vom Absender für mich bestimmte Weihnachtsgeschenk in diesem Jahr nicht an mich, sondern an die Klinik/Stiftung/Selbsthilfegruppe XY gespendet wurde.

Bin ich eigentlich die einzige, die das seltsam findet?

Verstehen Sie mich nicht falsch: Ich spende gerne und viel. Allerdings entscheide ich gerne selber, an wen meine Spende geht. Und die postalische Benachrichtigung über die Spende fühlt sich an, als würde man mir erst ein hübsch verpacktes Geschenk überreichen und es mir dann, wenn ich es gerade auspacken will, wieder aus der Hand nehmen und an jemand anderen weiterreichen.

Gerade in Zeiten von Social Media sollte sowas doch besser und interaktiver gehen, oder?

Wie wäre es zum Beispiel mit einer langfristig angelegten Aktion, bei der die Empfänger vorab kontaktiert werden und selber entscheiden können, an welches von fünf Projekten ihr Geld gehen soll? Eine Kampagne, die die “Übergangenen” so mit einbezieht, dass sie ihr Geld mit Begeisterung geben, die Kampagne weiterempfehlen und so zusätzliche Spender ins Boot holen?

Alles ist besser als eine dröge Postkarte (deren Druck und Versand im Übrigen auch Geld kostet).

Service zum Sch….munzeln

19. November 2012

Normalerweise nähert man sich einer Toilettenschüssel ja nur in eher unschönen Momenten von Angesicht zu Angesicht. Neulich, in einem Berliner Hotel, riskierte ich aber sogar, meines iPhones verlustig zu gehen – und zwar deshalb:

Gummibärchen auf dem Kopfkissen waren mir vertraut, aber diese Servicefläche war sogar mir neu. Und noch immer bin ich mir nicht sicher, wie ich das finde… (Aber zum heutigen Welttoilettentag passt’s!)

Gestern im Kino.

6. März 2012

Wie könnte man den Funken einer Idee und all die Widerstände, gegen die er sich durchsetzen muss, besser in Bilder umsetzen?

Nur schade, dass das Image des beworbenen Produktes so überhaupt nicht zu diesem inspirierenden Spot passt.

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